Ticket für €30 nach Tokio im Chat: ein einziges Merkmal, an dem man einen echten Fehltarif erkennt — redaktionelle Reiseillustration

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Ticket für €30 nach Tokio im Chat: ein einziges Merkmal, an dem man einen echten Fehltarif erkennt

Die Hälfte der „Schnäppchen" aus Telegram-Kanälen wird von den Airlines innerhalb von 24 Stunden storniert. So erkennen Sie in einer Minute, zu welcher Gruppe Ihr Ticket gehört.

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2019 verkaufte Cathay Pacific versehentlich Business-Class-Tickets von Vietnam in die USA zum Economy-Preis — rund $675 hin und zurück statt $16.000. Die Airline annullierte die Tickets nicht, sondern schrieb auf Twitter: „Lucky you." Die Leute sind tatsächlich geflogen. Das ist ein echter Fehltarif. Was hingegen in Chats mit dem Kommentar „schnell, zugreifen!" herumgeteilt wird, ist in der Hälfte der Fälle ein Lockangebot, das binnen 24 Stunden wieder verschwindet.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Geschichten kostet Sie Geld, Nerven und den halben Urlaub. Und man kann das eine vom anderen an einem einzigen Merkmal unterscheiden.

Wo genau der Fehler passiert ist

Ein echter Error Fare ist ein Systemfehler bei der Tarifberechnung der Airline selbst oder im GDS (Amadeus, Sabre). Der Carrier hat die Währung verwechselt, einen Treibstoffzuschlag vergessen oder eine Steuer falsch eingetragen — und der Ticketpreis ist auf ein Zehntel gefallen. Der entscheidende Punkt: Der Fehler liegt auf der Seite desjenigen, der das Ticket ausstellt. Wenn Sie zahlen, schließen Sie den Vertrag direkt mit der Airline, und diesen im Nachhinein einseitig zu annullieren ist für sie rechtlich wie reputationsseitig heikel. Lufthansa und Qatar behalten sich in ihren Beförderungsbedingungen zwar das Recht vor, einen „offensichtlich fehlerhaften Tarif" zu stornieren — tun dies in der Praxis aber selten und dann nur schnell, in den ersten Stunden, bevor Millionen von Tickets ausgestellt wurden.

Und jetzt die zweite Geschichte. Im Chat taucht ein Link zu einem Aggregator oder einer dubiosen OTA auf: „Minsk – Bali für €120." Sie kaufen, eine Bestätigung kommt. Einen Tag später folgt die E-Mail: „Leider wurde der Tarif fehlerhaft angegeben — bitte zahlen Sie die Differenz oder erhalten Sie eine Rückerstattung." Das ist kein Fehler der Airline. Das ist ein Fehler (oder ein Trick) des Zwischenhändlers, der das Ticket zu diesem Preis nie bei der Airline eingekauft hat. Eine Rückerstattung bekommen Sie — fliegen aber nicht.

Das Merkmal, das alles entscheidet

Achten Sie darauf, wer der Emittent des Tickets ist und ob es tatsächlich ausgestellt wurde. Ein echter Error Fare liefert Ihnen einen realen PNR — einen sechsstelligen Buchungscode, der auf der Website der Airline selbst nachschlagbar ist. Gehen Sie auf lufthansa.com, geben Sie Nachnamen und Code ein — die Buchung ist vorhanden, der Status lautet HK (confirmed), die 13-stellige Ticketnummer beginnt mit dem Carrier-Code. Das war's. Das ist ein Ticket. Die Airline hat es bereits ausgestellt, das Geld ist abgebucht, und eine einseitige Stornierung ist schwer durchzusetzen.

Existiert die Buchung hingegen nur im Kundenkonto einer Drittanbieter-Website, lautet der Status „wird bearbeitet", gibt es keine Ticketnummer und findet die Airline Sie nicht — dann ist es eine leere Hülle. Freuen Sie sich nicht, bevor Sie die Ticketnummer auf der Website des Carriers selbst gesehen haben.

Genau deshalb veröffentlicht Secret Flying — der seriöseste unter den Tarif-Jägern — Fehltarife erst nach manueller Prüfung der Route auf der Airline-Website und empfiehlt stets, mindestens 24 Stunden lang keine Zusatzbuchungen (Hotel, Anschlussflug) vorzunehmen. Denn das Zeitfenster, in dem der Carrier alles still und leise stornieren kann, beträgt ungefähr einen Tag. Haben Ihre ausgestellten Tickets die ersten 24 Stunden überstanden, fliegen Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit.

Was ein Belaruse konkret tun sollte

Zahlen Sie mit einer Karte, die Chargebacks ermöglicht, kaufen Sie am selben Tag keine nicht erstattungsfähigen Anschlussflüge und rufen Sie die Airline nicht freudestrahlend an, um ihr „Ihr habt da einen kleinen Fehler" zu sagen — damit weisen Sie sie nur darauf hin, ihn zu schließen. Und glauben Sie keinen Screenshots aus Chats: Fordern Sie die Buchungsnummer an und prüfen Sie selbst auf der Website des Carriers.

Die größte Falle ist psychologischer Natur. Es scheint Ihnen, als würden die €30 nach Tokio gerade jetzt vor Ihren Augen wegschwimmen, und Sie zahlen, ohne zu schauen, wer der Verkäufer ist. Dabei ist genau der Verkäufer die Antwort auf die Frage, ob es echtes Glück ist — oder ein künftiges Entschuldigungsschreiben.

окно, в которое авиакомпания обычно отменяет ошибочный тариф

Quellen

  1. LufthansaУсловия перевозки: право на отмену явно ошибочного тарифа
  2. Qatar AirwaysConditions of Carriage / Terms of Use о некорректно указанных тарифах
  3. Secret FlyingМетодология публикации и валидации error fares, рекомендация ждать 24 часа

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